mit Bezug zu: Moses Hess → "Warenform" (Marx übernimmt Spinozas monistische Methode, der "tote Hund" der Substanzlehre wird antispinozistisch durch eine Verhältnislehre ersetzt), Leo Löwenthal ("Maimonides und die Dummköpfe", 1925), Wien: Amalthea Verlag (Helene Askanasy: "Spinoza und de Witt. 9 Bilder vom Kampf der 'Freiheit' um die Republik", 1931), Gilles Deleuze (Paris: Édition de Minuit, Berlin: Merve), Boston: Beacon (Lewis Samuel Feuer: "Spinoza and the rise of liberalism", 1966), Teetz / Brandenburg: Hentrich & Hentrich (Hanna Delf: "Spinoza in der europäischen Geistesgeschichte", 1994), "Nominalismusproblem", Grenzbegriffe "Indien", "Orient", Wertkritik ⇆ Bruno Latour ("Diese spinozistische Philosophietradition [...]"), Samuel Salzborn ("Projektion des Unreinen, der Analität"; Christentum als "Rückkehr der Notwendigkeit zur Abspaltung und Projektion"), Zippora, Uriel da Costa (Propositas contra a Tradiçāo, ca. 1616; Exame das tradiçōes phariseas, 1623; Exemplar humanae vitae, 1640, veröffentlicht als Anhang von Philippi a Limborch: "De Veritate Religionis Christianæ", Goudæ: Justus ab Hoeve, 1687, S. 346-354*), Albany, New York: SUNY (José Faur: "In the Shadow of History. Jews and Conversos at the Dawn of Modernity", 1992, "7. Uriel da Costa. The Man behind the Mirror", "8. Spinoza and the Secularization of Western Society"), Samuel Usque: "Consolaçam ás tribulaçoens de Israel", Ferrara: Casa de Abraham aben Usque 1553 (Reprint Coimbra: Franca Amado 1906), Amsterdam: Gazeta de Amsterdam 1672-1702 (s. Javier Díaz Noci, in: Hist. Commun Soc. Vol. 25, Issue 1, 2020, S. 67-78); Philippi a Limborch: "Historia Inquisitionis", 1692 ("The History of the Inquisition", translated by Samuel Chandler, London: J. Gray 1731, Vol. 1, Vol. 2)**, ***
In English: Short Introduction | En français: Brève introduction | Magyarul: rövid bevezető | På svenska: Kort introduktion | краткое введение | In italiano: Breve introduzione | En español: Breve introducción
¶ Probabilmente l'epoca dell'Illuminismo europeo consistette essenzialmente in un inciampare sull'opera di Baruch de Spinoza.
¶ Provavelmente, a era do Iluminismo europeu consistiu essencialmente em um tropeço na obra de Baruch de Spinoza.
¶ The European Enlightenment probably consisted mainly of stumbling across the work of Baruch de Spinoza.
¶ Il est probable que l'époque des Lumières européennes ait consisté essentiellement à buter sur l'œuvre de Baruch de Spinoza.
¶ A era de l'Ilustración Europea consistió probablement mas que mas en topar-se con l'obra de Baruch de Spinoza.
¶ Waarschijnlijk bestond het tijdperk van de Europese Verlichting voornamelijk uit een struikeling over het werk van Baruch de Spinoza.
Abb. "Ḥerem Espinoza", "Excommunicated Spinoza", "Spinoza wyklêty", 1907 painting by Samuel Hirszenberg, 1865-1908, Public Domain.
Werke. Works. Werken. Opere. Œvres. Obras
1660 "Tractatus (brevis) de deo et homine eiusque felicitate" (postum 1862 in niederländischer Übersetzung publiziert: "Korte Verhandeling van God, de mensch, en deszelvs welstand", Den Haag, Koninklijke Bibliotheek, Hs. 75 G 15, nl.wikisource.org; "Spinoza's short Treatise on God, Man and his Well-Being", transl. by A. Wolf, London: Adam and Charles Black 1910, archive.org)
1661 "Tractatus de intellectus emendatione" ("Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes", übers. von Julius H. von Kirchmann, Berlin : Heimann
1871, digitale-sammlungen.de)
1663 "Renati des Cartes principiorum philosophiae Pars I et II, More Geometrico demonstratae" ("René Descartes' Grundlagen der Philosophie Teil I und II, auf geometrische Weise begründet", "The principles of Descartes' philosophy", übers. von Halbert Hains Britan, Chicago: The Open Court 1905, archive.org)
1670 "Tractatus theologico-politicus" (Hamburgi: Künrath; [Amsterdam]: [Cunradus], 1670 = VD17 32:693687A u.a.; "Reflexions Curieuses d'un Esprit des-Interressé sur Les Matieres Les plus Importantes au Salut, tant Public que Particulier", Cologne: Emanuel, 1678 = VD17 1:065460K und VD17 3:684334E; "Een Rechtsinnige Theologant, Of Godgeleerde Staatkunde", Hamburg: Koenraad, 1693 = VD17 12:121436G; Bremen: Weyl, 1694 = VD17 1:078350P; "Theologisch-politische Abhandlungen", übers. von Carl Philipp Conz, Stuttgart: Joh. Friedrich Steinkopf 1806, archive.org; "Der Theologisch-Politische Traktat", übers. von Jakob Stern, Stuttgart: Reclam 1909, Kapitel 7: "Über die Auslegung der Bibel", Schärfung des eigenen Monismus-Konzeptes in einer Kritik des Maimonides, gutenberg.org)
1677 "Ethica, ordine geometrico demonstrata" ("Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt", posthum; "Die Ethik", übers. von Jakob Stern, Leipzig: Reclam 1887, archive.org)
1914 "Briefwechsel" (84 Briefe herausgegeben und übertragen von Carl Gebhardt, Leipzig 1914, später unter dem Titel "Von den Festen und Ewigen Dingen", Heidelberg: Carl Winter Verlag 1925)
Geschichte. Context. Story. Histoïre. Istoria
(1) "Wie können wir glücklich leben, wenn Freiheit nur ein Idealbild ist? Spinoza hat nicht nur versucht, dieses Paradoxon auf theoretische Weise zu lösen. Im Alter von 23 Jahren wird er wegen als häretisch eingestufter Schriften aus der jüdischen Gemeinde von Amsterdam verbannt, wird Opfer eines Attentats und flüchtet nach Den Haag, wo er seinen Lebensunterhalt als Linsenschleifer verdienen muss. Vorsichtshalber werden zu seinen Lebzeiten nur zwei seiner Werke veröffentlicht: ein Kommentar zu Descartes (Renati Descartes principiorum philosophiae) und der Tractatus theologico-politicus, welches rasch verboten wird. [...]
In seinem Hauptwerk Die Ethik, stellt Spinoza die Sehnsucht (conatus) an die Basis von allem: 'Alles strebt danach, in seinem Sein zu verharren.' Das Grundgesetz des Lebens ist Wachstum und die Zunahme von Handlungsfähigkeit damit die einzige Tugend, die Glück bringen kann. Für Spinoza gibt es kein Gut oder Böse, nur Gut und Böse: Das Gute erhöht unseren conatus, das Böse engt ihn ein. Die menschliche Vernunft ist dieses Leitinstrument, das es uns ermöglichen soll, die Elemente auszuwählen, mit denen wir in Harmonie kommen und die uns gleichermaßen Freude bereiten. [...]
Der deterministische Denker Spinoza versichert, dass 'der Mensch kein Imperium innerhalb eines Imperiums ist'. Aber warum hat Gott den Menschen keinen freien Willen gewährt? Diese Frage markiert eine weitere Übertretung des Denkers. Denn Gott, so Spinoza, stehe nicht außerhalb der Natur. Gott ist in der Tat ein und dasselbe mit ihr (Deus sive Natura, 'Gott oder Natur') und hat daher keine nur ihm eigenen Eigenschaften wie Güte oder Macht. Für Spinoza besteht die Welt nur aus Natur als einziger Substanz, die in unendlich vielen Variationen dekliniert wird. Eben die 'Eigenschaften' dieser Substanz, die ihr Wesen ausmachen. Geist und Materie sind eins. Spinoza ist somit einer der ersten Denker, der ein monistisches Weltbild verteidigt, in dem alles auf ein einziges Prinzip reduziert werden kann. [...] Der Philosoph starb im Alter von 44 Jahren an Tuberkulose" (philomag.de/philosophen/baruch-de-spinoza).
(2) Baruch Spinoza, geb. am 24. Nov. 1632 in Amsterdam, gest. am 21. Feb. 1677 in La Haye, ist ein Sohn von Miguel d'Espinoza, geb. 1587 in Vidigueira, Portugal, gest. im März 1654 in Amsterdam, "Marchand de fruits sechts et olives", und der Hana Debora Garcês, geb. 1606, gest. im Nov. 1638 in Amsterdam. Er ist selbst ein Sohn von Abraham d'Espinoza, geb. in Vidigueira, Portugal, gest. am 9. April 1627 in Amsterdam (gw.geneanet.org/rivallainf?lang=en&n=spinoza&p=baruch; ähnlich Steven Nadler: "Spinoza. A Life", Cambridge: Cambridge University Press 1999; s. auch Yosef Kaplan: "The Curaçao and Amsterdam Jewish Communities in the 17th and 18th Centuries", in: "American Jewish History", vol. 72, no. 2, December 1982, S. 193-211, sowie derselbe: "The Portuguese Community in Amsterdam in the Seventeenth Century. Between Tradition and Change", in: "Society and Community", ed. by Abraham Haim, Jerusalem: Misgav Yerushalayim 1991, S. 141-171).
Nach anderer Quelle war der Vater von Michael de Spinoza, 1587-1654, ein Isaac Espinoza, 1542-1627, verh. mir Mor Alvares, 1558-1616. Hana Debora Marques, hier 1595 geboren und 1638 verstorben, ist eine Tochter von Henriques Garces, 1568-1619, und Maria Nunes. Henrique ist ein Sohn van Francisco Bentalhado und Violante Gomes, geb. 1529. Maria ist eine Tochter von Duarte Fernandes, geb. 1541, und Isabel Nunes, 1548-1617. Violante Gomes ist eine Tochter von Femāo Alvares, geb. 1500, und Betriz Gomes, geb. 1505. Ihre Eltern sind Femāo Gomes Bravo, 1470-1535, und Felipa Rodrigues, gest. 1541. Seine Eltern sind Martim Gomes Bravo, geb. 1448, und Cecila Cardoso, geb. 1450. Isabel Nunes ist eine Tochter von Francisco de David Lopes Homem, 1519-1597, geb. in Lamego, Viseu, Portugal, gest. in Ponte de Lima, Viana Do Castelo, Portugal, und Maria Nunes de Sá, 1523-1574 (en.geneastar.org/genealogy/spinozabaru/benedictus-de-spinoza).
Ein Francisco Homem Abendana / Fancisco Nuñez Pereyra / David Abendana, geboren im Jan. 1519 in Ponte de Lima, Portugal, gest. in Amsterdam, war verheiratet mit Justa (Abigail) Pereira Pereyra Homen, er ein Sohn des Patriarch Homen (Homem), geb. 1493 in Portugal (für die Familiennamen Homem, Nunes, Pereira, Abendana s. Jonathan Israel: "Diasporas within a Diaspora. Jews, Crypto-Jews and the World Maritime Empires 1540-1740", Leiden: Brill 2002).
Nach anderer Quelle war der Vater von Isabel Nunes, geb. um 1557 in Ponte de Lima, Viana do Castelo, Portugal, verh. mit Duarte (Fernandes) Habilho, geb. ebenda um 1540, Manuel Nunes, geb. um 1532 in Portugal (wikitree.com/wiki/Nunes-821 unter Bezug auf Florbela Veiga Frade: "As Comunidades Sefarditas e a Naçāo Portuguesa de Antuérpia (Séculos XVI-XVII)", Travesias 6. Lisboa: Ediçōes Colibri, 2021, p. 387). Duarte (Josua) Habilho, "formerly Fernandes", ist hier ein Sohn von Henrique Bentalhado, geb. 1505 in Portugal.
(3) Mirjam d'Espinosa, geb. [1629], gest. am 6.9.1651, Amsterdam, "[b]oth Mirjam's date of birth as well as the exact location are unknown, but can be calculated from the date of Mirjam's marriage registration (1650) with Samuel de Caceres in Amsterdam in the summer of 1650. On 2 June 1650, 'Mariam spinosa van A, out 21 Jaer' (Mirjam d'Espinosa from A[msterdam], 21 years of age) and 'Samuel de Caseres van A, out 22 Jaer' (Samuel de Caseres from A[msterdam], 22 years of age), officially register their intention to marry. [...] Mirjam dies in childbirth. Just like all others members of the Portuguese-Israelite community of Amsterdam Spinoza's sister was buried at Beth Haim" (spinozaweb.org/people/47). "Rebecca d'Espinosa married Samuel de Caceres, widower of her elder sister Mirjam, somewhere after 6 September 1651", gest. am 25.11.1695 in Willemstad, Curaçao (spinozaweb.org/people/50). "Allí, bajo otro sol, ayudan a sentar las bases de una de las redes sefardíes más importantes: Curaçao, Barbados, Jamaica, Surinam... y más allá" (Levie Wagenhuis: "Dos hermanas Spionza", 18.04.2026).
(4) "Curaçao, occupé par les Hollandais en 1634, avait une petite communauté juive depuis 1651 : le nombre des membres de cette communaté était, en 1660, déjà respectable en on y trouvait, à cette date, les principaux commerçants qui, naturellement, étaient en contact avec leurs coreligionnaires et parents de la Martinique. [...] Lorsque les Juifs furent explusés de la Martinique en 1685, il n'est donc pas étonnant que certains d'entre eux se soient établis à Curaçao. Nous connainssons les noms suivants : Abraham Vas (ou Vaes), Jacob Andrade, Abraham de Molina et son fils Jacob, Isaac de Gama, Benjamin de Casseres (neveu du philosophe Spinoza), Haim Franco Athias, David Pinheiro et Mosseh Pereira, le fameux Benjamin de Costa de Andrade, et son fils Joseph, ses filles Sarah et Esther" (I.S. Emanuel: "Les Juifs de la Martinique et leurs coreligionnaires d'Amsterdam au XVIIe siècle", in "Revue des études juives", 123-3-4, 1964, persee.fr, S. 511-516, Zitat S. 516).
(5) Jonathan I. Israel: "Spinoza. Life and Legacy", Oxford: Oxford University Press 2023, S. 1161: "Most of what remained of Spinoza's family, including his sister, Rebecca, and nephews, Michael and Benjamin, and probably several others, migrated as a group to the Dutch Carribean island of Curaçao not long after Spinoza's death, at some point towards the end of the 1670s or early 1680s. Michael, who was named after Spinoza's and Rebecca's father, Michael d'Espinoza, was a sofer, chazzan and rabbinic assistent like his father, Samuel, and crossed to the New World to assist Rabbi Josiah Pardo (1626-84), Rabbi Mortera's son-in-law, whom Spinoza must have remembered from his school days, a rabbi who, until 1672, stubbornly continued to believe Sabbatai Zevi was the Messiah and would release the Jews form all oppression and misery, but then, finally abandoning his Sabbatian credo, figured subsequently among the most prominent and important Sephardic religious leaders in the Carribean. Leaving Amsterdam in 1674, Pardo became the first fully trained rabbi and effective organizer of the educational and charitable institutions of the Mikvé Israel community on Curaçao, the premier and model community of the Sephardic Carribean, based in the island's capital, Willemstad and, in 1683-4, in his last year, performed a similar function ogrganizing the growing new congregation of Port Royal, in Jamaica".
Abb. "Willemstadt, Broad Street, Curaçua, 1885", Accession number British Library HMNTS 10470.dd.1. Image extracted from page 319 of "The Cruise of the Montauk to Bermuda, the West Indies...", by James Macquade. Public Domain.
(6) Marcos Melchor-Palencia: "Sephardic Jews in Guatemala", 25. Oct. 2025, blogs.timesofisrael.com:
"Unfortunately, Guatemala preserves little documentation of that hidden chapter. The archives of the Holy Office of Mexico mention 'marranos in the provinces of Guatemala,' but the details are scarce, dispersed among centuries of dust and oblivion. [...] In my family tree, the surnames de Coronado, Colindres Puerta, Paiz or de Paz, de Molina and Alemán emerge like faint fingerprints of a lost identity. Perhaps they mean nothing; perhaps they are the last syllables of a hidden prayer. Following that genealogical thread, I arrived at the figure of Ana María Rubio de Cáceres y Sanabria - her paternal name Rubio de Cáceres, her maternal Sanabria - who married an Irish surgeon, Theodore Dominick O'Kelly Plunkett, a Catholic who settled in Guatemala until his death in 1701. [...] Another branch of this uncertain lineage leads me back to the figure of Samuel Abravanel, born around 1370 in Lisbon. Forced to convert, he became Juan Sánchez de Sevilla and married Juana Rodríguez de Monroy. His descendants dispersed after the Portuguese persecutions of the late 15th century, and the name Abravanel - once illustrious in Jewish philosophy and finance - was swallowed by the tide of assimilation. Fernán Rodríguez de Sevilla, Lord of Río Lobos and Villar de Leche, son of Abravanel, married Isabel Ordóñez de Villaquirán. They were the grandparents of Gonzalo de Ovalle y Ordóñez de Villaquirán, a conquistador and encomendero in the lands of Guatemala, who later served as alcalde mayor of Ciudad Real de Chiapas and his ancestors still are alive around us".
[ Anmerkungen. annotations. remarques. notæ. anotacións ]
* S. auch "Uriel Acosta's Selbstbiographie. Mit einer Einleitung", Leipzig: E.D. Weller 1847 [ = Frankfurt am Main: Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg 2010]****; Uriel da Costa: "Espelho da Vida Humana (Exemplar humanae vitae)", introd. by Teófilo Braga, trans. from Latin into Portuguese by A. Epifānio da Silva Dias, Lisboa: Imprensa Lucas 1901; "Uriel Acostas Selbstbiographie", Temesvár: Polatsek 1909; Alfred Klaar: "Uriel Acosta. Leben und Bekenntnis eines Freidenkers vor 300 Jahren", Berlin: Georg Reimer 1909 (I. "Einleitung", I.1 "Die Bedeutung Uriel Acostas und seiner Autobiographie", I.2 "Sein Charakter und die Psychologie seiner Schicksale", I.3 "Seine ethischen Theorien und ihre Wirkung", II. "Uriel Acostas Autobiographie", II.1 "Verdeutschung", II.2 "Lateinischer Urtext (nach der Mitteilung von P. von Limborch 1687)", III. "Anmerkungen"; Reprint Berlin/Boston: De Gruyter 2021); "Die Schriften des Uriel da Costa. Curis Societatis Spinozanne", mit Einleitung, Übertragung und Regesten hrsg. von Carl Gehardt, Amsterdam: M. Hertzberger - Heidelberg: Carl Winter - London: Oxford University Press 1922, "Uriel Acosta. Dokument eines Menschenschicksals. Das Exemplar humanae vitae aus dem Lateinischen neu übertragen von Oskar Jancke", Einband-Entwurf von W. J. M. Schmitz-Gilles, Aachen [Lousbergstr. 2]: Verlag "Die Kuppel", Karl Spiertz 1923; "Une vie humaine", trans. from Latin into French with a study about the author by A.-B. Duff and Pierre Kaan, Paris: ed. F. Rieder 1926; Josef Kastein: "Uriel da Costa oder die Tragödie der Gesinnung", Berlin: Rowohlt 1932 und Wien: Löwit 1935 (1. "Von der Gesinnung", 2. "Die Welt des Nichts", 3. "Die Welt der Sicherungen", 4. "Die geborstene Welt", 5. "Die ideale Welt", 6. "Die Welt der Heimkehrer", 7. "Die Welt der Rebellen", 8. "Die Welt der Einordnungen", 9. "Angriff und Verteidigung", 10. "Wirken und Werken", 11. "Vernichtung", 12. "Verbundenheit"); Konrad Müller: "Das 'Exemplar humanae vitae' des Uriel da Costa", Aargau: Sauerländer 1952; "'Exemplar humanae vitae'. Beispiel eines menschlichen Lebens", herausgegeben, übersetzt und erläutert von Hans-Wolfgang Krautz, Tübingen: Stauffenburg 2001.
Siehe außerdem Jean Ziegler: "Marx, wir brauchen Dich. Warum man die Welt verändern muss" [À demain, Karl], aus dem Franz. von Inge Leipold, München und Zürich: Piper 1992 (I. "Die Abenteuer der Vernunft", I.1 "Was bleibt, wenn alles vergessen ist", I.2 "Wer hat Angst vor der Philosophie?", I.3 "Das Versagen der Intellektuellen", II. "Das Leben verändern", II.1 "Das Gras wachsen hören", II.2 "Die Einsamkeit der dritten Welt", II.3 "Im Namen der Ethik", [III.] "'Nicht wie Würmer leben...'", [IV.] "Wächter in der Nacht. Olof Palme. Bernt Carlsson. Bruno Kreisky. André Chavanne"); Uriel da Costa: "Examination of Pharisaic traditions" = "Exame das tradições phariseas", Leiden, New York, Köln: Brill 1993; Stephan Wyss: "Passagalia. Ästhetische Erkundungen über Uriel da Costa, über den Abschied vom dreifaltigen Gott und über die Erscheinung des Andern im Zweideutigen", Luzern: Edition Exodus 1996; Simon Schwartz: "Uriel da Costa. Ahnherr der Aufkl&auuml;rung und Vorläufer von Spinoza. Über die Anfänge der modernen europäischen Geistesgeschichte im Umfeld der Ethik- und Religionsphilosophie von Baruch Spinoza", Saarbrücken: VDM-Verlag Dr. Müller 2011; Rogério Paulo Madeira: "Ficção e história. A figura de Uriel da Costa na obra de Karl Gutzkow", Coimbra: MinervaCoimbra / Centro Investigação em Estudos Germanísticos 2012; Michael Studemund-Halévy: "Dr. Semuel da Silva gegen Uriel da Costa. Ein Hamburger Streit um die Unsterblichkeit der Seele", Berlin / Leipzig: Hentrich & Hentrich 2024.
** Diskursverschiebung in der Rezeption der Inquisitionsgeschichte, z.B. bei Silvia Federici: "Caliban and the Witch", New York: Autonomedia 2004; "Caliban und die Hexe. Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation", Wien: Mandelbaum 2012. Ausgehend von, S. 36, einem "systematischen Angriff [...], dem die Juden ab dem 12. Jahrhundert ausgesetzt waren", schließt Frederici in einer dualistischen Zuspitzung, S. 267, "Die Geburt der Kannibalen":
"Als Kolumbus nach 'Indien' segelte, war die Hexenjagd in Europa noch kein Massenphänomen. Dennoch wurde der Vorwurf der Teufelsverehrung von der Elite bereits regelmäßig als Waffe gegen politische Feindinnen sowie als Mittel zur Verunglimpfung ganzer Bevölkerungen (etwa der Muslime und der Juden) verwendet. Mehr noch: Im mittelalterlichen Europa war, wie Seymour Phillips schreibt, eine 'verfolgende Gesellschaft' entstanden, die sich aus Militarismus und christlicher Intoleranz speiste und den
'Anderen' vor allem als Gegenstand der Aggression ansah (Phillips 1994 ['The Outer World of the European Middle Ages', in: 'Implicit Understandings. Observing, Reporting and
Reflecting on the Encounters Between Europeans and Other Peoples in the Early Modern Era', edited by Stuart B. Schwartz, Cambridge: Cambridge University Press 1994, S. 23-63]). Es überrascht daher nicht, dass der 'Kannibale', der 'Ungläubige', der 'Barbar', die 'monströsen Rassen' und der Teufelsverehrer als 'ethnographische Modelle' für die in das 'neue Zeitalter der Expansion' eintretenden Europäerinnen dienten (Phillips 1994: 62) und das Raster boten, anhand dessen die Missionare und Konquistadoren die Kulturen, Religionen und sexuellen Gebräuche der Menschen interpretierten, auf die sie trafen".
*** "Limborch was born on 19 June 1633 in Amsterdam, where his father was a lawyer. He received his education at Utrecht, at Leiden, in his native city, and finally at Utrecht University, which he entered in 1652. In 1657 he became a Remonstrant pastor at Gouda, and in 1667 he was transferred to Amsterdam, where, in the following year, the office of professor of theology in the Remonstrant seminary was added to his pastoral charge. He was a friend of John Locke, living in exile in the Dutch Republic, whose A Letter Concerning Toleration was likely addressed to, and first published by, Philipp van Limborch. Limborch died in Amsterdam on 30 April 1712" (WP unter Bezugnahme auf "Limborch, Philipp van", in: "Encyclopædia Britannica", ed. by Hugh Chisholm, Vol. 16, 11th edition, Cambridge: Cambridge University Press 1911, p. 691).
**** "Uriel Acosta's Selbstbiographie. Mit einer Einleitung", Leipzig: E.D. Weller 1847, S. 43f.: "Wie Viele gibt es nicht, die an ihrem Glücke verzweifeln, welche sich in ihren eingetränkten Vorurtheilen opfern, welche freiwillig ein höchst armseliges Leben führen, indem sie ihren Körper zum Erbarmen zerfleischen, Einöden und die Abgeschlossenheit von aller menschlichen Gesellschaft aufsuchen, immer von inneren Qualen gepeinigt, wobei sie die von der Zukunft gefü[r]chteten Uebel schon gleichsam in der Gegenwart abbüßen. Diese und zahllose andere Uebel hat eine falsche, von den Menschen boshaft erfundene Religionsübung den Sterblichen zugezogen. Bin ich nicht selbst Einer von Denen, welche von solchen Betrügern überlistet worden und sich ihnen glaubensvoll ergeben? Ich spreche aus Erfahrung. [...]".
S. 45: "Es gibt Keinen, der sich nicht für fromm, mitleidig, Wahrheits= und Gerechtigkeits=liebend ausgäbe. Ihr redet also, wenn ihr von euch Solches ausposaunt, entweder falsch, oder schiebt die Schuld fälschlich auf die menschliche Schlechtigkeit, die ihr mit euern Fratzen und erdichteten Schrecknissen heilen wollt: beleidigend gegen Gott, den ihr den Blicken der Menschen als den blutgierigsten Henker und entsetzlichsten Quäler vorführt; beleidigend gegen die Menschen, die ihr zu den so bejammernswerthen elenden Verhältnissen geboren vorgebt, als wenn das Elend noch nicht hinreichte, das einem Jeden im Leben trifft".
Register der Überlieferung der Übersetzungen bis 1950
¶ Wahrscheinlich bestand die Epoche der europäischen Aufklärung im Wesentlichen aus einem Stolpern über das Werk von Baruch de Spinoza.
Personenregister (Übersetzungen etc.)
Adressregister
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